Follow:
Bücher

Rezension | Casey McQuiston – One last stop

One last stop

Die New Yorker Studentin August glaubt weder an Hellseherei, noch an die Art von Liebe, über die Filme gedreht werden. Und ganz sicher glaubt sie nicht, dass ihre WG voller liebenswerter Nerds daran etwas ändern wird – oder gar ihre Nachtschichten in einem Pancake House, das seit den 70er Jahren Kultstatus genießt.
Doch dann ist da in der U-Bahn plötzlich Jane – die ebenso schöne wie unmögliche Jane. Um sie wiederzusehen, fährt August täglich zur selben Zeit mit der Linie Q. Und sie beginnt sich zu wundern: Jeden Tag trägt Jane dieselbe Kleidung, niemals scheint sie aus der U-Bahn auszusteigen. Nur langsam begreift August, dass sie sich für Jane auf ein unmöglich scheinendes Abenteuer einlassen muss…

– Knaur Verlag

 

GEDANKEN ZU „ONE LAST STOP“

ONE LAST STOP ist eigentlich eine süße Lovestory zwischen zwei Frauen und die Idee mit dem Treffen in der U-Bahn fand ich toll. Allerdings war ich mit der Richtung, die die Geschichte zwischen Jane und August nimmt, nicht ganz zufrieden. Eigentlich war auch das eine gute und faszinierende Idee, aber eher für eine andere Geschichte und nicht für die Geschichte von Jane und August. Der Verlauf war trotzdem gut ausgearbeitet, ich war einfach nur nicht damit einverstanden. Vermutlich bin ich deswegen so enttäuscht, weil ich da einfach etwas realistischeres erwartet habe. Dafür war es schön, dass einem nicht die typische Liebe-auf-den-ersten-Blick-Story präsentiert wird, sondern die zwei Protagonistinnen sich durch intensive Gespräche kennenlernen. Die Anziehung und sexuelle Spannung zwischen den beiden ist natürlich trotzdem immer vorhanden, aber überlagert nicht alles.

 

Manchmal muss man aber traurig sein, August. Manchmal muss man den Schmerz zulassen, weil er es verdient, empfunden zu werden.

 

Ein großer Pluspunkt, und was eigentlich das ganze Buch für mich ausmacht, sind die Charaktere. August lebt mit Niko, Myla und Wes in einer sehr coolen WG. Auch die anderen Charakteren wie Augusts Arbeitskolleg:innen sind gut ausgearbeitet. Alle sind ein bisschen chaotisch, aber liebenswert und die Autorin präsentiert hier eine umfangreiche – und nach meinem Empfinden gut ausgearbeitete – Palette an LGBTQ-Charakteren. Der Einzige, der mir ein bisschen zu kurz kam, war Wes, da er erst in der zweiten Hälfte präsenter wird und man dadurch nicht die Chance bekommt, ihn so gut kennenzulernen wie z. B. Myla und Niko. Allerdings mochte ich, gerade was die WG angeht, den Punkt mit der Found Family – also, die Familie, die man sich selbst aussucht/aufbaut – sehr.

Casey McQuiston hat einen lockeren Schreibstil und wird besonders durch Jane und Myla sehr humorvoll. Gerade durch diesen Humor machte es mir Spaß das Buch zu lesen, da es trotz der teils ernsteren Themen immer wieder was zum Lachen gab. Die Autorin spricht zudem viele weitere wichtigen Themen wie Homophobie etc. an, aber manchmal hatte ich das Problem, dass sie sich zu sehr mit den Nebenhandlungen aufhält, sodass das Buch leider ein paar Längen hatte.

 

KURZ & KNAPP

ONE LAST STOP hat ein paar Schwächen, wie z. B. die Längen. Auch fand ich die Richtung, die die Geschichte einnimmt nicht gut. Zwar war sie gut umgesetzt, aber die Idee passte für mich nicht zu August und Jane. Dafür besticht die Story definitiv durch starke, authentische Charaktere, die das große Plus in diesem Buch sind. Außerdem mochte ich den Schreibstil von Casey McQuiston. Trotz kleiner Schwächen kann man das Buch lesen, auch weil es LGBTQ-Romane (meines Wissens nach) in Deutschland noch nicht so häufig gibt.

Insgesamt
3.8
  • Story & Umsetzung
  • Charaktere
  • Schreibstil
  • Spannung

Bibliografie
Knaur Verlag – ET: Juni 2021 – 464 Seiten – Einzelband – eBook: 9,99 EUR – Taschenbuch: 12,99 EUR
Originaltitel: One last stop – übersetzt von Carina Schnell

Share on
Previous Post Next Post

Vielleicht interessiert dich auch das hier:

No Comments

Leave a Reply