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Bücher

Rezension | Daniela Hartig – Fuck you, Hope | Band 2

Fuck you Hope

Achtung, Fortsetzung! Spoilergefahr zu Band 1!

Triggerwarnung
Vergewaltigung, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Suizidversuch

Die wahre Liebe übersteht alles. Aber kann sie auch alles verzeihen?
Floyd war so glücklich wie nie zuvor in seinem Leben. Storm war seine Traumfrau und er liebte sie – bedingungslos. Sie zeigte ihm, was wahre Liebe bedeutet. Alles war perfekt. Doch dann kam dieser eine Moment, der mit einem Schlag alles Glück zerstörte. Und mit dem keiner von beiden gerechnet hatte. Wohin mit all der Liebe, wenn etwas Schreckliches sie in Schutt und Asche legt? Können Herzen Schmerzen überstehen, ohne zu zerbrechen? Kannst du den Menschen vergessen, den du über alles liebst? Und was passiert, wenn man sich nach vielen Jahren plötzlich wieder gegenüber steht?

– Federherz Verlag

 

GEDANKEN ZU „FUCK YOU, HOPE“

Ich kann nicht genau sagen, warum ich zu der Fortsetzung von FUCK YOU, LOVE gegriffen habe. Vielleicht, weil Floyd am Ende von Band 1 so mutig war, weil Storm und Floyd trotz aller Widrigkeiten eine Verbindung aufgebaut haben, weil sie sich in Band 1 entwickelt haben. Ich wollte wissen, wie es mit den beiden weitergeht.

Zeitlich setzt FUCK YOU, HOPE sechs Jahre nach dem Ende von Band 1 an. In diesem Teil bekommt auch Storm eine Sicht, was sie jedoch nicht unbedingt sympathischer erscheinen lässt. Ich hatte schon in Band 1 meine Schwierigkeiten mit ihr, aber dadurch, dass sie in diesem Teil selbst zu Wort kommt, wird sie noch anstrengender. Sie ist so voller Wut und Hass auf Floyd, gleichzeitig auch voll mit verwirrenden Gefühlen, als sie wieder auf ihn trifft. Dennoch ist sie scheinbar in den vergangenen sechs Jahren kein Stück älter geworden. Ihre Reaktionen und Handlungen sind immer noch nicht klar nachvollziehbar, sie verhält sich kindisch und teilweise auch unfair.

Aber auch Floyd hat so ziemlich alle Sympathiepunkte aus Band 1 verspielt. Er ist voller Reue und Selbstzweifel, die Erinnerungen an Storm und die Fehler die er begangen hat, holen ihn ständig ein. Sein Selbstmitleid war irgendwann kaum noch zu ertragen. Zudem scheint auch er einige psychische Schäden davon getragen zu haben. Floyd ist immer noch so voller Liebe zu Storm, dass er, sobald er wieder auf sie trifft, alles und jeden um sich herum vernachlässigt, die Menschen aus einem Umfeld teilweise sogar verletzt. Ich weiß nicht, ob man Floyd diese Liebe noch abkaufen kann. Zwar hat es einen Grund, warum Floyd schon fast wie besessen um Storm kämpft, um ihre Vergebung und um eine zweite Chance, aber die Art, wie es passiert, war definitiv auch nicht gesund.

Inhaltlich ist FUCK YOU, HOPE ähnlich anstrengend wie der erste Teil. Es ist ein ewiges Hin und Her, ein dauerhaftes Drama bestehend aus Streit, Vorwürfen und Wutausbrüchen. Ja, es war schon in Teil 1 sehr fragwürdig, dass sexueller Missbrauch, an den sich weder Täter noch Opfer erinnern können, in eine Liebesgeschichte gepackt wird. Aber während es in Band 1 wenigstens irgendeine Entwicklung gab, tritt man hier auf der Stelle. Es gab keine Entwicklung, weder von den Charakteren, noch von der Story hier und mit der Zeit war es einfach ein endloser Kreislauf, der sich wie auf Repeat zu wiederholen scheint.

Für mich persönlich ist jetzt nach Band 2 Schluss. Storm und Floyd haben genug durchgemacht in Band 1 und 2. Ich will nicht lesen, was in Band 3 für ein Geheimnis zutage kommt, wie sie sich vermutlich wieder gegenseitig zerfleischen. Das Ende von FUCK YOU, HOPE ist ein gutes Ende, auch wenn der Weg dahin sehr anstrengend war. Es ist passend für Storm und Floyd. Alles, was jetzt in Band 3 kommen mag, würde ihre Geschichte für mich noch mehr zerstören, als es dieser Teil ohnehin schon getan hat.

 

KURZ & KNAPP

Das Ende von Band 1 verdiente zwar eine Fortsetzung, aber die Umsetzung von FUCK YOU, HOPE ist für mich gescheitert. Storm und Floyd haben sich in all den Jahren nicht weiterentwickelt, sind kein bisschen erwachsen geworden und verhalten sich immer noch wie Teenager. Die Story ist ein endloser Kreislauf aus Vorwürfen, Streit und Wut. Die Liebe wird durch die ständigen Dramen überlagert, wenn sie doch mal zwischen den Zeilen aufflackert, ist es sehr fragwürdig, inwieweit man 1. den beiden ihre Liebe noch abkaufen kann und 2. wie gesund das überhaupt alles ist. Für mich ist die Geschichte von Storm und Floyd hier beendet und Band 3 werde ich nicht mehr lesen.

Insgesamt
2.1
  • Story & Umsetzung
  • Charaktere
  • Schreibstil
  • Spannung

 
Bibliografie
Federherz Verlag – ET: Juni 2018 – 452 Seiten – Band 2 – eBook: 3,99 EUR – Taschenbuch: 14,90 EUR

Fuck you Reihe:
Band 1: Fuck you, Love
Band 2: Fuck you, Hope
Band 3: Fuck you, Dreams

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