5 Gründe / 5 Dinge..., Alltagskonfetti

5 Dinge… | die ich im Homeoffice gelernt habe

Arbeiten im Homeoffice

1 Jahr Homeoffice. Und auch 1 Jahr Homeschooling. Die Corona-Pandemie hat viele von uns nach Hause verdammt. Während einige damit bereits Erfahrung haben, war das Thema Homeoffice für mich relativ Neuland. Ich habe vorher wenn nur vereinzelte Tage von Zuhause aus gearbeitet, wenn es mit der Uni gar nicht anders vereinbaren lies. Jetzt betrifft mich das Thema gleich in doppelter Weise, denn seit einem Jahr studiere und arbeite ich von Zuhause aus. Prinzipiell muss ich gestehen, liebe ich es, von Zuhause aus zu arbeiten. Ehrlichweise fehlt mir nicht mal so krass der Kontakt zu den Kolleg:innen oder Kommiliton :innen. Ich bin eh ein Mensch, der lieber alleine ist, als viele Menschen um sich herum zu haben. Und aktuell spare ich mir, zumindest was die Uni angeht, täglich 4 (!) Stunden Pendelei, dadurch, dass gerade die Online-Lehre durchgeführt wird. Aber auch das Arbeiten im Homeoffice erfordert einiges an Struktur und es gibt ein paar Dinge, die ich in diesem einem Jahr Zuhause gelernt habe.

Arbeiten im Homeoffice

1. Wer eine Jogginghose trägt…

Okay, nein. Ich würde ich nicht so weit gehen wie Karl Lagerfeld und sagen, dass ich die Kontrolle über mein Leben verloren habe. Ich liebe meine Jogginghose, nichts ist bequemer. Ganz zu Anfang der Pandemie habe ich ganze Tage in Jogginghose verbracht. Ich habe aber generell festgestellt, dass ich produktiver bin, wenn ich mich früh normal fertig mache. Okay, auch hier muss ich ehrlichweise sagen – wenn ich früh um 07:30 Uhr Vorlesung habe, sehe ich wirklich nicht ganz taufrisch aus. Da bin ich froh, wenn ich es überhaupt geschafft habe, mich pünktlich in den Webroom einzuloggen (zum Glück, müssen wir keine Kamera anmachen). Aber wenn ich arbeite oder sonst etwas für die Uni mache, fühle ich mich besser und produktiver, wenn ich zumindest frisch gewaschene Haare habe, ein bisschen geschminkt und einigermaßen normal angezogen bin, als wenn ich wie die letzte Vogelscheuche vor dem Laptop sitze. Das hat für mich auch einfach etwas mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Und wenn ich Meetings habe, bei denen wir die Kamera anschalten, freuen sich sicherlich auch die Kolleg:innen, dass ich nicht aussehe, wie frisch aus dem Bett.

 

2. Feste Arbeitszeiten bestimmen

Ich kann mir meine Arbeitszeit vom Prinzip her legen, wie es mir passt. Schon alleine, weil ich als Werkstudentin angestellt bin und daher immer schauen muss, wie meine Vorlesungen fallen, wann Prüfungen sind etc. Obwohl ich früh immer schwer aus dem Bett komme, sind für mich auch im Homeoffice feste Arbeitszeiten enorm wichtig. Wenn ich sage, ich will um 8 Uhr mit Arbeiten anfangen, dann fange ich auch um 8 Uhr an. Selbst an Tagen, an denen ich nicht arbeite und erst später Vorlesung habe, versuche ich mir einen fixen Aufsteh-Zeitpunkt zu setzen. So bleibt die Routine auch Zuhause ein bisschen erhalten und ich liege nicht bis 10 Uhr im Bett. Genauso wichtig sind aber auch feste Endzeiten für mich. Zuhause habe ich immer ein bisschen das Gefühl, nie Feierabend zu haben. Man könnte ja immerhin noch schnell diese eine Sache erledigen… Aber dadurch, dass mein WG-Zimmer gerade alles für mich ist – Wohn-, Arbeits- und Schlafzimmer – habe ich mir schnell angewöhnt, ab X Uhr weder zu arbeiten, noch etwas für die Uni zu machen. Es wird dann auch nicht mehr in den Mailaccount von Arbeit geguckt, die Telefonweiterleitung der Büronummer auf mein Handy wird deaktiviert. Für mich ist das ein wichtiges Zeichen, dass ich jetzt wirklich Feierabend habe.

Arbeiten im Homeoffice

3. Genügend Pausen gönnen

Ich bin so jemand, der halt einfach nebenbei isst, während ich am Laptop arbeite und der nie wirklich Pause macht. Selbst nach einem Jahr bekomme ich es nicht richtig hin, in der Küche zu frühstücken – falls ich überhaupt frühstücke – sondern das Müsli wird früh einfach nebenbei reingeschaufelt. Trotzdem versuche ich mir genügend Arbeitspausen zu gönnen. Ich arbeite dabei mit der Pomodoro-Technik – 30 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause, Intervall von vorne, nach 4×30 Minuten, eine größere Pause von 15-20 Minuten – damit fahre ich mittlerweile ganz gut. Klar, wenn ich Vorlesung habe, kann ich schlecht zum Dozenten sagen „Machen Sie jetzt bitte mal kurz 5 Minuten Pause, mein 30-Minuten-Intervall ist rum.“, da müssen die 90 Minuten schon durchgezogen werden. Aber beim Arbeiten oder wenn ich generell etwas für die Uni machen muss, helfen mir diese Zeitintervalle, damit mein Kopf nicht explodiert. Selbst für die Blogarbeit habe ich diese Technik mittlerweile übernommen.

 

4. Das richtige Umfeld

In dem einem Jahr habe ich schon in so ziemlich jeder Ecke in meinem Zimmer bzw. meiner WG gearbeitet – an meinem Schreibtisch, auf der Couch, in der Küche (weil ich mal wieder nebenbei gegessen habe, ich aber den Essensgeruch nicht in meinem Zimmer haben wollte), ja, sogar vom Bett aus (was soll ich sagen, die 07:30-Uhr-Vorlesungen sind echt einfach nicht meine Zeit). Aber es ist wie unter Punkt 1 – am besten arbeite ich am Schreibtisch. Mein Kopf gerät dann ganz automatisch in den Arbeitsmodus, weil ich im Gegensatz zum Bett und zur Couch an meinem Schreibtisch kein Buch oder so lese, sondern mein Schreibtisch wirklich mit Arbeits- und Uni-Themen „verknüpft“ ist. Ich bin einfach produktiver, wenn ich an einem richtigen Tisch sitze, als mit dem Laptop auf dem Schoß.

Arbeiten im Homeoffice

5. Raus aus der Bude

Wie eingangs erwähnt – der Kontakt zu anderen fehlt mir nur so mittelmäßig. Was ich aber vermisse, ist das rauskommen. So ein WG-Zimmer kann ganz schnell ganz schön eng werden, egal wie groß es sein mag. Vor Corona war ich viel unterwegs, allein schon, weil ich immer von Dresden nach Chemnitz zur Uni pendeln musste. Meinen Arbeitsweg von ca. 2 km habe ich bei gutem Wetter entweder zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt. Das alles fällt weg und während ich am Anfang froh darüber war, habe ich auch schnell gemerkt, dass ich Zuhause auf Dauer einen Knall bekomme. Also gehe ich jetzt in unregelmäßigen Abständen raus, eine Runde spazieren. Nicht immer, manchmal passt es zeitlich nicht, aber wenn ich die Möglichkeit habe, schnappe ich ein bisschen frische Luft – und wenn es nur die kleine Runde um den Block ist.

 

Fazit

Wie eingangs erwähnt, liebe ich das Homeoffice. Allein schon wegen der Zeitersparnis, die ich sonst für den Arbeits-/Uniweg brauche. Ich hoffe sehr, dass, wenn diese Pandemie hoffentlich irgendwann mal vorbei ist, Unternehmen nicht wieder in alte Muster verfallen und die Anwesenheitspflicht fordern, wenn sie jetzt sehen, dass es auch Zuhause genauso gut funktioniert. Für mich wäre ein Homeoffice-Job nach der Uni auf jeden Fall wünschenswert – vielleicht nicht 24/7, aber zumindest die meiste Zeit. Mit genügend Struktur und ein paar Regeln, klappt das finde ich wunderbar.

Abschließende Bemerkung: Ich habe keine Kinder, die ebenfalls aufgrund der pandemiebedingten Kita- und Schulschließungen Zuhause sind. Vielleicht macht das einiges einfacher, aber Ende finde ich die Möglichkeit zum Homeoffice trotzdem generell eine gute Sache – mit und ohne Corona.

Bist du eher #teambüro oder #teamhomeoffice? Wie sind deine Erfahrungen mit dem Homeoffice?
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