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Reisen, Wandern

Wandern | 5 Tipps für den Königssee

Tipps für den Königssee

Seit 2016 fahren wir einmal pro Jahr nach Bayern an den Königssee zum Wandern. Auch wenn wir weder letztes noch dieses Jahr pandemiebedingt dorthin fahren konnten, so ist es trotzdem immer noch ein absoluter Wohlfühl- und Herzensort. Wir hoffen, nächstes Jahr wieder dorthin fahren zu können. Bis dahin verrate ich dir 5 Tipps für den Königssee und das Berchtesgadener Land.

Tipp #1: Obersee und Röthbachfall in Schönau am Königssee

Wir haben immer eine Pension direkt im Ort Schönau am Königssee, sodass wir in unmittelbarer Nähe zum Königssee sind. Von dort aus kommt man mit der Schifffahrtgesellschaft Königssee entweder rüber nach St. Bartholomä oder noch ein Stück weiter zum südlich gelegenen Obersee. Der See liegt zwischen steil aufragenden Felswänden und hat daher oft einiges an Spiegelungen an der Wasseroberfläche zu bieten. Da hier auch keine Boote mehr fahren ist der Obersee meistens sehr ruhig, sodass die Spiegelungen noch deutlicher hervortreten.

Obersee Obersee

Der Obersee hat einen flachen, wenn auch teils schmalen Wanderweg, der einen auf die andere Seite zur Fischunkelalm führt. Von dort aus gelangt man auch zur 470 m hohen Röthwand, aus der der Röthbachfall – der höchste Wasserfall Deutschlands – herausstürzt. Beides definitiv ein Highlight.

Röthbachfall Röthbachfall

 

Tipp #2: Eiskapelle auf St. Bartholomä

Wie bereits erwähnt kann man vom Königssee aus mit der Schifffahrtgesellschaft Königssee rüber nach St. Bartholomä fahren – das beliebte Postkartenmotiv mit der roten Kirche. Ja, die Kirche ist wirklich hübsch anzusehen und auch dort kann man ein bisschen rumlaufen.

Uns verschlug es aber von der Kirche aus in Richtung der Eiskapelle – ein unterhalb der Watzmann-Ostwand gelegenes permanentes Eisfeld. Die Eiskapelle ist wirklich nur von St. Bartholomä zu erreichen, die Wanderung dahin ist ausgeschildert. Die Wanderung ist ca. 6 km lang und dauert ca. 2 Stunden. Zuerst geht es durch ein Waldstück, an dessen Ende man bereits die Watzmann-Ostwand erblickt. Anschließend geht es zwischen großen und kleinen Felsbrocken weiter zur Eiskapelle. Wichtig: Vor Ort weisen Schilder darauf hin, dass die Kapelle ständig einsturzgefährdet ist und das Betreten auf eigene Lebensgefahr erfolgt.

Eiskapelle Eiskapelle Eiskapelle

Ich würde dir jetzt voll gerne erklären, wie dieses Eisfeld entstanden ist, aber Fakt ist – wir waren 2018 dort und ich habe es mir schlichtweg nicht gemerkt, so beeindruckend es ist auch. Google verriet mir also, dass dieses Firneisfeld durch die im Winter von der Watzmann-Ostwand abgehenden Schneemassen und Lawinen genährt wird. Auch das Niederschlagswasser spielt wohl eine Rolle. Allerdings war ich in Naturwissenschaften auch immer eine Niete, sodass ich dir weder die Entstehung näher erklären kann, noch warum das Zeug im Sommer bei über 30 Grad nicht schmilzt. Aber keine Sorge: Vor Ort gibt es eine umfangreiche Infotafel, die dir das alles genauestens und verständlicher als ich erklären kann.

Wie dem auch sei – im Inneren dieses Eisfeldes existiert ein Hohlraum, der als Eiskapelle bezeichnet wird und angeblich verschiedenen Schächte und Gänge beinhaltet. Ich bin nur bis zum Eingang der Höhle gegangen, weiter habe ich mich nicht reingetraut. Dennoch ist dieses Eisfeld mit dem Hohlraum sehr cool anzusehen. Spannend zu erleben, zu was die Natur alles in der Lage ist. Bei über 30 Grad, die wir bei unserem Besuch hatten, war es sogar – umgeben von dem ganzen Eis – etwas kalt.

Eiskapelle Eiskapelle Eiskapelle Eiskapelle

 

Tipp #3: Hintersee und Zauberwald in Ramsau

Der Hintersee im Bergsteigerdorf Ramsau ist umgeben von steil aufragenden Gipfeln und dem Zauberwald. Ein wirklich wunderbares, idyllisches Fleckchen Erde, mit Moos, manchmal sehr bizarr gewachsenen Bäumen und übereinadergestürtzten Felsen. Besonders mystisch sieht es auch dann aus, wenn der Ort von Nebel umgeben ist. Auch für die trüberen Tage eignet sich der Hintersee perfekt. Wenn der Regen vielleicht mal eine kleine Pause einlegt, kann man wunderbar einmal um den See herumlaufen und diesen Ort genießen.

Hintersee Hintersee

Wie bereits erwähnt ist der Hintersee umgeben von sehr viel Wald, gerade der Zauberwald macht seinem Namen dabei alle Ehre. Ein geheimnisvoller Ort, an dem die Natur noch sich selbst überlassen wird. Viele Felsen, Bäche und teils umgestürzte Bäume verbergen sich hier. Umgeben von den vielen Bäumen bekommt man an einigen Stellen wirklich den Eindruck, hier kommt gleich ein Troll um die Ecke oder die gute Fee erscheint plötzlich vor den eigenen Augen. Wer die Zeit hat, sollte den Zauberwald in Kombination mit dem Hintersee unbedingt mitnehmen. Alles zusammen ist man vielleicht 2 bis 2,5 Stunden dort unterwegs.

Zauberwald Zauberwald Zauberwald

 

Tipp #4: Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg

Das Kehlsteinhaus ist nicht nur ein unfassbar schöner Aussichtspunkt, sondern auch ein Stück Geschichte. Zwar ist das Kehlsteinhaus – entgegen der oft verbreiteten Annahme – kein Geschenk zu Hitlers Geburtstag gewesen, dennoch erinnert es bis heute an die menschenverachtende NS-Diktatur währen des 2. Weltkriegs. Bis heute ist das Kehlsteinhaus zusammen der mit der Dokumentation Obersalzberg ein wichtige, aber auch mahnende Erinnerung an die Abgründe dieser Zeit.

Zauberwald Zauberwald Zauberwald

Wer möchte kann – wie wir – vom Parkplatz Obersalzberg hochwandern. Es war zugegeben eine relativ anstrengende Wanderung. Es gibt zwar einen guten Wanderweg, dafür geht es aber auch über 2 Stunden so gut wie nur bergauf – mal weniger, mal mehr steil. Dafür wird man auf der Wanderung mit vielen wunderbaren Ausblicken belohnt, bei denen man einen Moment verweilen und Luft holen kann. Alternativ fährt natürlich auch die Kehlsteinlinie in regelmäßigen Abständen hoch. Ein selbständiges Hochfahren mit dem eigenen PKW ist nicht erlaubt, denn die Kehlsteinstraße bietet wirklich gerade einmal so Platz für den Bus. Die Busse fahren in der Regel von Mai bis Oktober.

Oben angekommen geht man dann durch einen mit Naturstein ausgeschlagenen Tunnel, der einem zu dem messingverkleideten Lift führt. Der Lift wiederum bringt einen innerhalb von 41 Sekunden die restlichen 124 m nach oben zum Kehlsteinhaus. Oben hat man dann die wunderbare Aussicht – den Königssee auf der einen Seite, Österreich auf der anderen Seite. Zudem befindet sich seit den 1960er oben ein Restaurant, welches ebenfalls von ca. Mai bis Oktober geöffnet ist.

Zauberwald Zauberwald Zauberwald

Ja, das Kehlsteinhaus ist voll und es sind viele Menschen da. Aber wenn man schon einmal vor Ort ist, sollte man sich den Besuch nicht entgehen lassen. Übrigens: Nimm eine Jacke mit. Trotz warmer Sommertemperaturen lag oben Schnee und ich habe schon etwas gefroren auf über 1800 Metern Höhe.

 

Tipp #5: Schlechtwetteralternative: Enzianbrennerei Grassl in Berchtesgaden

Zwar haben wir in Deutschland meistens ein paar schöne Sommermonate, aber auf durchgehenden Sonnenschein kann man sich trotzdem nicht zu 100 % verlassen. Was macht man dann in den Bergen?

Wer im Berchtesgadener Land abends in ein Restaurant oder eine Kneipe geht, der wird in den meisten Fällen die Schnapssorten der Enzianbrennerei Grassl auf der Karte entdecken. Die älteste Enzianbrennerei Deutschlands hat nämlich ihren Sitz in Berchtesgaden. Neben dem Gebirgsenzian stellt die Brennerei auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Frucht- und Kräuterlikören her.

Enzianbrennerei Grassl

Bei schlechtem Wetter lohnt sich also durchaus mal der Besuch in der Enzianbrauerei Grassl. Die Brennerei bietet eine kostenlose Führung durch die Brennanlagen an. Sowohl durch den Brennmeister persönlich als auch durch einen interessanten Info-Film erfährt man als Besucher:in alles über die jahrlange Tradition des Gebirgsenzians. Zudem kann man einige Liköre kostenlos verkosten ;). Okay, man kann jetzt keinen ganzen Tag in der Enzianbrennerei totschlagen, wenn das Wetter nicht mitspielt. Aber ein, zwei Stunden bekommt man hier schon rum und man verbringt wenigstens nicht den ganzen Tag in der Pension oder im Hotel.

Ich hoffe, du hast den einen oder spannenden Tipp für dich mitgenommen!

Lust auf noch mehr Wandertipps? Schau dich gerne einmal hier um!

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